Job & Karriere
Für Bewerbungsgespräche gelten bestimmte Regeln. Meist halten sich die Kandidaten daran - manchmal auch nicht .... ob das aus Unwissenheit oder mit Absicht geschieht läßt sich nicht immer sagen .... Eine jüngst veröffentlichte Liste stellt einige dieser "No-no's" zusammen .... könnte hier nicht passieren? Doch, ganz bestimmt!
[Zitat] " .. the top .. most outrageous mistakes were:
- Candidate answered cell phone and asked the interviewer to leave her own office because it was a "private" conversation.
- Candidate asked the interviewer for a ride home after the interview.
- Candidate smelled his armpits on the way to the interview room.
- Candidate said she could not provide a writing sample because all of her writing had been for the CIA and it was "classified".
- When an applicant was offered food before the interview, he declined saying he didn't want to line his stomach with grease before going out drinking.
- A candidate for an accounting position said she was a "people person" not a "numbers person".
- Candidate flushed the toilet while talking to interviewer during phone interview.
- Candidate took out a hair brush and brushed her hair.
[/Zitat]
Weiter Fehler (Häufigkeit in % in Klammern)- Unpassende Bekleidung (51)
- Anschwärzen des letzten Arbeitgebers (49)
- Bewerber erscheint uninteressiert (48)
[ 3.082 / cdz ]
oder: Portrait einer Firma in 'Büro-Sprüchen'....
-
Controlling:
- Wer anderer Meinung ist, kann nicht logisch denken.
- Alles was zuviel bedacht wird, ist bedenklich.
- Wer schon die Übersicht verloren hat, muß wenigstens den Mut zur Entscheidung haben.
- Erfolg ist die Kunst, Fehler zu machen die keiner merkt.
- Erfolg ist die Kunst, eigene Fehler anderen aufzuhalsen.
- Erfolg ist die Kunst, eigene Fehler so lange zu vertuschen bis man befördert wurde.
- Damit immer mehr immer weniger tun können, müssen immer weniger immer mehr tun.
- Wenn hier einer das Maul aufreißt, dann nur weil er gähnt. - alternativ:
- Es ist nicht schwer einen hohlen Kopf hoch zu tragen.
- Manche Leute haben von ihrem Job nicht viel mehr, als die Angst ihn zu verlieren.
- Lieber reich und von Dali gemalt, als arm und vom Schicksal gezeichnet.
Customer-Services:
Aussendienst-Support:
Marketing-Leitung:
Varianten:
Sekretariate:
Erste Führungsebene:
Zweite Führungsebene:
Vorstand:
[Quelle]
[ehy]
Es sind die Mitarbeiter, die ein Unternehmen ausmachen ....
" .. Die Unternehmenskultur .. " so heißt es in einer jüngst veröffentlichten Studie " .. ist verantwortlich für gute Bilanzen .." Aha.
Weiter heißt es " .. Weniger erfolgreiche Unternehmen setzen vor allem auf den Preis .. " Soso.
" .. vier Faktoren .. " wird weiter berichtet " .. bestimmen dabei das Engagement von Mitarbeitern: Schaffung von Teamgeist, Zusammengehörigkeitsgefühl, Wertschätzung und Interesse an der Person .. " Na prima.
Da geht es aber auch schon wieder los mit meiner Meckerei:
Für mich sind "Schaffung von Teamgeist" und "Zusammengehörigkeitsgefühl" identische Faktoren - nur anders benannt .... und auch weitere "Erkenntnisse" kommen mir eher alltäglich vor. Ein Drittel der Arbeitnehmer sind "Passiv-zufrieden"*, ein weiteres Drittel "Aktiv-engagiert"** und das letzte Drittel*** teilen sich die "Akut-unzufrieden"- und die "Desinteressierten"-Gruppe ....
Das Bundesarbeitsministerium hat sich der Frage angenommen und einem Institut4* den Auftrag erteilt - lobenswert daran ist die Initiative, solcherlei Fragen überhaupt zu stellen. Das wird in einigen Unternehmen als unnötig betrachtet. Aber selbst da, wo solche Fragen - betriebsintern - gestellt werden, ist durch mangelnde Anonymität bei der Mitarbeiterbefragung das Ergebnis mit einem dicken, nein, sehr fetten Fragezeichen zu versehen ....
Was lernen wir also aus der Studie?
Da, wo Mitarbeiter ernst genommen werden, wo die erste Führungsebene sich nicht als Schergen sondern als Vermittler fühlen und handeln, da stellt sich der Erfolg ein, weil Mitarbeitende grundsätzlich leisten wollen - nur werden sie manchmal durch minderwertige, charakterschwache, unfähige und nur auf ihre Position bedachte Vorgesetzte daran gehindert ....
- Genaue Werte:
- * 37%
- ** 31%
- *** 18 und 14%
a Störend ist hier insbesondere die - offensichtliche - Annahme von Mitarbeitenden als "Humankapital" sprechen zu müssen: Mich schaudert, wenn ich daran denke wie hier Menschen als "Manövriermasse" gesehen werden.
[oeh]
Da denke ich z.B. an eine Aussage meiner früheren Chefin,
die etwa so lautete:
"Sehen Sie, das ist ihr Problem,
Sie können keine Anweisungen akzeptieren!"
Richtig, das ist ein Problem - aber doch bestimmt nicht mein Problem, sondern ihr Problem ....
- Denn es bedeutet,
- daß sie mich - und viele meiner Kolleg/-inne/-n - mit dem, was Inhalt der Anweisung war, nicht überzeugen konnte. Es bedeutet auch,
- daß sie unfähig war/ist, die durchaus positiven Einwände - positiv im Sinne von "im Interesse des Unternehmens denken" - in ihre Überlegungen einzubeziehen. Es zeugt davon,
- daß ihr eigenes Denken 'abgeschaltet' war/ist und sie selbst auch nur Anweisungen entgegennahm und diese - ohne darüber nachdenken zu wollen (!) - zu befolgen trachtet/-e ....
Wenn das Controlling - womöglich noch mit spitzem Bleistift - bestimmt was gut für den Markt ist, dann wird langfristig am Kundenwunsch vorbei entschieden. Das hat bittere Folgen, die sich zunächst schleichend, dann aber lawinenartig fortentwickeln - bis schließlich die Marktposition verspielt ist ....
Und wer wird dann für den Mißerfolg verantwortlich gemacht?
Bestimmt nicht die Verursacher.
Man wird die 'Schuld' bei den Mitarbeitern suchen.
Man wird behaupten, sie hätten nicht 'nach Anweisung' gehandelt.
Das ist ein Grund, warum diese erste Führungsebene so wichtig ist:
Wenn diese Ebene rein mechanistisch vorgeht und darauf bedacht ist, sich das Leben dadurch zu erleichtern daß nur 'Anweisungen' durchgesetzt werden*, ohne das Umfeld, die Marktgegebenheiten einzubeziehen**, dann muß es langfristig zu einer Abwärtsspirale führen .... bedauerlich, daß gerade bei der Auswahl dieser Ebene eher "Loyalität" als "Führungsfertigkeit" aussortiert werden .... wie heißt es doch so schön in einem 'geflügelten Wort'?
"Nach oben buckeln und nach unten treten"
Wenn das die Prämisse ist - Gott bewahre!
* Bedauerlich ist dabei auch, daß kaum ein unfähiger Vorgesetzter das Ergebnis seines starren Beharrens 'ausbaden' muß - das trifft meist andere, oft diejenigen, die es wahrhaftig nicht zu verantworten haben ....
** Das bedeutet, auch kritische Einwände der Mitarbeiter/innen ernsthaft zu erwägen und ggf. Maßnahmen - mindestens regional - zu modifizieren.
[nnb]
"Nun ist es aber auch gut!"
habe ich schon seit mehreren Tagen ....
Wenn das Ende einer Lebensphase abzusehen ist und es sich noch zieht, und zieht, und zieht ....
"Nun ist es aber auch gut!" - geht das nur mir so?
Dabei wird gestikuliert - ich frage mich manchmal, wie das wohl auf das Gegenüber wirkt:
Da steht jemand vor ihnen, brüllt unverständliches Kauderwelsch und zappelt wie wild mit den Armen .... wahrscheinlich fällt es manchem so Betroffenen schwer ernst zu bleiben ....
Aber eigentlich wollte ich auf etwas ganz anderes hinaus:
Ähnliches Verhalten findet man auch bei Jenen, die sich schwer tun andere Menschen zu verstehen - was in diesem Fall nicht die Sprache, sondern deren Fertigkeiten meint ....
Wie anders soll man es sehen, wenn man ein email bekommt, das besagt, ein neu ins Sortiment aufgenommener Artikel sei unter einer neuen Bestellnummer zu bestellen ....
Ich könnte ja noch verstehen, wenn man dergleichen Binsenweisheit - die zudem noch mit Wichtigkeit "Hoch!" gekennzeichnet war - einem Berufsanfänger (früher nannte man sie "Lehrling") verdeutlicht. Kein Verständnis habe ich allerdings dafür, wenn diese Tatsache einer Gruppe von gestandenen Mitarbeitern geschickt wird, die z.T. länger in diesem Metier tätig sind als die Person, die die Information versandte ....
Da kommt doch der Verdacht auf, daß gerade diese Person erhebliche kognitive Mängel zu überdecken versucht ....
Was dieser Führungskraft als Einziges noch fehlt ist ein Apparat der die Mitarbeiter 'fernsteuert' .... Marionetten, das wär's wohl ....
[asw]
ein guter "Manager"
auch
eine gute "Führungskraft" sein?
"Manager" werden oft als "Führungskräfte" bezeichnet - aber sind sie das wirklich? Widerspricht nicht das 'managen' dem 'führen', weil in 'führen' Verantwortung für Menschen, in 'managen' Verantwortung für Geld impliziert ist ...? Der "Umgang mit Menschen" (s.u.) ist da mehr zwangsläufig, ein Nebeneffekt, der sich beim Geldverdienen nicht vermeiden läßt und auch mehr im Sinne von "ins Boot holen", "motivieren" oder (böse!) "einlullen"/"täuschen" zu verstehen ist ....
Eine weitere Frage, die ich mir schon seit Jahren stelle:
Zu welchem Zeitpunkt wird eine Führungskraft zum Manager, sprich:
Wann ist diese Person so weit von der Basis - auch ihren eigenen Wurzeln - entfernt, daß soziale Verantwortung nicht mehr in ihr Handlungsschema paßt?
Die fünf Managementqualitäten:
* Fachliche Qualifikation (Sache)
* Konzeptionelle Qualifikation (Zielsetzung)
* Methodische Qualifikation (Realisierung)
* Kommunikative Qualifikation (Umgang mit Menschen)
* Soziale Verantwortung (Moral und Ethik)
[Quelle]
[awf]
- und wozu eben nicht ....
Wenn sie dann allerdings tatsächlich "befördert" werden wird es kritisch:
- Erstens, weil die Auswählenden offensichtlich selbst unfähig sind.
- Zweitens, weil sich so die Gefährdung eines Unternehmens potenziert.
*(Natürlich auch weil zudem der - vielgepriesene - "Aufschwung" in Wirklichkeit nicht existiert ....)
[dtg]
Die Hierarchie der Unfähigen
Das Peter-Prinzip, so genannt nachseinem Erfinder Laurence J. Peter, beschreibt die Gesetzmäßigkeiten, die die Ursachen sind für die in aller Welt herrschende Unfähigkeit im öffentlichen Leben, in jedem Beruf. Es bietet eine komplette Diagnose der Unfähigkeit, liefert dazu aber auch die Therapie – in satirisch-ironischer Form, aber immer auf dem Boden der Tatsachen.
Das Phänomen der Unfähigkeit
Unfähigkeit können wir überall beobachten. Es gibt unfähige Lehrer, unfähige
Richter, Beamte, Handwerker, Ärzte oder Manager. Unfähigkeit ist nicht auf einen bestimmten Beruf beschränkt. Dabei erwecken unfähige Menschen, besonders wenn sie auf einer höheren Stufe der Hierarchie stehen, oft den Eindruck, als ob sie stets genau wüßten, was sie tun und daß sie stets das Richtige täten.
Bei näherem Hinsehen stellt man jedoch fest, daß sie keine Ahnung von ihrer eigentlichen Aufgabe haben und sich in Nebensachen verlieren oder daß sie grandiose Fehlentscheidungen treffen, die oft genug nur deshalb nicht zu ihrer katastrophalen Wirkung kommen, weil der unfähige Chef fähige Mitarbeiter hat, die seine Entscheidungen in die richtigen Bahnen lenken, ohne daß
er es merkt.
Peter hat viele Beispiele für das Phänomen der Unfähigkeit gesammelt und analysiert. Dabei stellte er fest, daß alle Fälle gewisse Gemeinsamkeiten aufwiesen. Alle Personen, die er beobachtete. waren in einer Position, die sie voll und gut ausfüllten. Weil sie sich als fähig erwiesen, wurden sie befördert und nahmen dann eine Stellung ein, für die sie unfähig und ungeeignet waren. Aus diesen Beobachtungen von vielen hundert Fällen formulierte Peter sein Prinzip:
In einer Hierarchie neigt jeder Beschäftigte dazu, bis zu seiner Stufe der Unfähigkeit aufzusteigen.
Diesem Prinzip kann sich im Grund niemand entziehen, weil wir alle in einer Hierarchie eingezwängt sind. Hierarchie ist die Umschreibung der Führungsstruktur einer Organisation, meist dargestellt in Form einer Pyramide, wobei jeder in dieser Organisation Beschäftigte innerhalb der Pyramide einen bestimmten Rang, eine bestimmte Position einnimmt. Die Fähigkeit, mit der ein Mitarbeiter seine Position ausfüllt, qualifiziert ihn zum Aufstieg in die nächsthöhere Position. Doch - genügend Rangstufen innerhalb der Hierarchiepyramide
vorausgesetzt - kommt jeder Mitarbeiter mit jeder weiteren Beförderung irgendwann einmal in eine Position, in der er eindeutig überfordert ist. In dieser Position verharrt er dann, weil er sich für einen weiteren Aufstieg nicht qualifizieren kann. Peter folgert daraus:
Nach einer gewissen Zeit wird jede Position von einem Mitarbeiter besetzt, der unfähig ist, seine Aufgaben zu erfüllen.
Natürlich erreicht nicht jeder zur gleichen Zeit seine Stufe der Unfähigkeit, der lnkompetenz. Mitarbeiter, die diese Stufe noch nicht erklommen haben, leisten noch etwas, also:
Die Arbeit wird von den Mitarbeitern erledigt, die ihre Stufe der Inkompetenz noch nicht erreicht haben.
Man hat keine große Mühe, Beispiele für Peters Grundsätze in der Praxis zu finden:
Ein Lehrer wird befördert, weil er ein besonders guter Pädagoge ist. Eines Tages wird er Schulrat. Hier versagt er, weil er zwar der gute Pädagoge, nicht aber der gute Verwaltungsmann ist.
Derjenige, der in einer Abteilung seine sachbezogenen Aufgaben bestens erfüllt, wird zum Abteilungsleiter befördert. Er versagt, weil er nicht in der Lage ist, Menschen zu führen.
Beide haben die Stufe ihrer lnkompetenz erreicht, an sich fähige Mitarbeiter - jeder am richtigen Platz - vergrößern durch ihre Beförderung das Potential der Unfähigkeit. Nach dem Peter-Prinzip: ,,Blicken Sie in den Spiegel und fragen Sie sich, ob..."
Abweichungen
Peters Erklärung für das Phänomen der Unfähigkeit ist einfach, plausibel und logisch. Dennoch mag es Fälle geben, wo das Prinzip offenbar nicht funktioniert. Auch diesen nur scheinbaren Abweichungen ist Peter nachgegangen und hat festgestellt, daß auch sie aus seinem Prinzip heraus erklärt werden können und dem Prinzip unterworfen sind. Peter unterscheidet an scheinbaren Abweichungen:
1. Die geräuschlose Sublimierung:
Es handelt sich um eine Pseudobeförderung. Der Chef hat die Unfähigkeit eines Mitarbeiters erkannt und versetzt ihn auf einen anderen Posten, auf dem er genauso unproduktiv ist. Der Beobachter außerhalb der Hierarchie wird getäuscht, andere Mitarbeiter sehen in der geräuschlosen Sublimierung ein Stimulanz (,,wenn der befördert wurde, habe ich auch noch Chancen").
2. Die seitliche Arabeske:
Sie ist auch eine Pseudo-Beförderung. Ein unfähiger Mitarbeiter bekommt den Titel eines Vize-Präsidenten und den Auftrag, die Firmengeschichte zu schreiben.
Peters Schlußfolgerung:
Je größer die Hierarchie, um so einfacher ist die seitliche
Arabeske.
3. Peters Umkehrung:
Peter beobachtete, daß besonders kleine Beamte und Angestellte ohne Entscheidungsbefugnisse geradezu versessen darauf sind, alles korrekt ohne die geringste Abweichung von der Routine zu erledigen, ohne sich zu fragen, ob das irgendeinem vernünftigen Zweck dient. Er nennt diese Mitarbeiter, denen die Mittel wichtiger sind als das Ziel, Berufsautomaten. Nun wird die Befähigung eines Mitarbeiters von dessen Vorgesetztem und nicht von einem Außenstehenden beurteilt. Arbeitet der Mitarbeiter korrekt, gehorcht immer und entscheidet nie, so gilt er als befähigt, weil die Zusammenarbeit mit ihm klappt, unabhängig davon, ob er effektiv etwas leistet. Peter nennt dies Umkehrung bzw. Inversion, weil das Verhältnis zwischen Mittel und Zweck umgekehrt wird.
4. Ausschluß aus der Hierarchie:
Manchmal ist zu beobachten, daß besonders fähige Mitarbeiter nicht befördert, was eigentlich zu erwarten wäre, sondern im Gegenteil entlassen werden. Peter erklärt dieses Paradoxon so, daß Super-Kompetenz anstößiger ist als lnkompetenz. Super-Kompetenz gefährdet die Hierarchie. Der Superkompetente wird daher genauso ausgestoßen wie der absolut Unfähige. In beiden Fällen handelt es sich um Extreme, die von der Hierarchie nicht akzeptiert werden können.
5. Der paternalistische Zugang
Hier handelt es sich um eine Eigentümlichkeit von Familienunternehmen. Der Sohn des Unternehmers dient nicht von der Pike auf, um dann das Oberkommando zu übernehmen, sondern er steigt gleich oben ein, überspringt also gewissermaßen einige Klassen. So erreicht er nur schneller die Stufe seiner Inkompetenz.
Aufstiegsversessenheit
und –rezepte
Peter beobachtet ein merkwürdiges Phänomen: kaum ein Beschäftigter ist zufrieden damit, auf seiner Stufe der Kompetenz zu verharren. Er ist versessen darauf, eine Aufgabe
zu übernehmen, die seine Fähigkeiten übersteigt. Peter gibt eine Reihe von Rezepten, wie man seinen Aufstieg beschleunigen kann, um so schneller die Stufe der Inkompetenz zu erklimmen. Dazu gehören:
1. Protektion
Protektion wird definiert als die Beziehung eines Beschäftigen - durch Blutsverwandtschaft, Heirat oder Bekanntschaft - zu einer Person, die in der Hierarchie über ihm steht. Protektion verschafft man sich durch Gönnerschaft. Ein Gönner ist eine Person, die in der Hierarchie über einem steht und zum Aufstieg verhelfen kann. Besser als ein Gönner sind mehrere Gönner. Neue Gönner sind besser als alte Gönner. Jeder Gönner braucht aber ein Motiv, das man ihm mit entsprechender Erfindungsgabe verschaffen sollte.
2. Ehrgeiz
Protektion ist besser als Ehrgeiz. Ehrgeiz nützt wenig, wenn das Dienstaltersprinzip gilt. Ehrgeiz äußert sich in einem abnormen Lerneifer und darin, daß man morgens der erste im Büro ist und abends der letzte (dies führt zur Beachtung beim Chef, aber zur Verachtung bei den Kollegen).
Diagnose
Peter hat bei ehrgeizigen Personen ein Erfolgssyndrom beobachtet, das man an Nervenzusammenbrüchen, Magengeschwüren und Schlaflosigkeit erkennt. Hierbei kann es sich um ein Pseudo-Erfolgs-Syndrom handeln bei Personen, die noch Karrieresprünge vor sich haben, oder um das sogenannte Endplazierungssyndrom bei Männern, die am Ende ihrer Karriere stehen und die Stufe ihrer Inkompetenz erreicht
haben.
Man kann selbst diagnostizieren, indem man sich fragt, ob die betreffende Person überhaupt noch irgendwelche nützliche Arbeit leistet.
Lautet die Anwort
ja: dann hat er seine Stufe der lnkompetenz noch nicht erreicht und leidet am Pseudo-Erfolgs-Syndrom.
nein: dann steht er auf der Stufe der lnkompetenz und hat das Endplazierungssyndrom.
weiß ich nicht:
Sie haben Ihre Stufe der Inkompetenz erreicht. Prüfen Sie, an welchen Krankheiten Sie leiden.
Endplazierungsmerkmale
Neben medizinischen Merkmalen für das Endplazierungssyndrom gibt es aber vor allem auch psychologische.
Wenn man diese kennt, weiß man sofort, ob ein Vorgesetzter, Kollege oder Mitarbeiter seine Inkompetenzstufe erreicht hat.
Hier einige Beispiele aus Peters Sammlung:
Phonophilie
Die krankhafte Neigung, mehrere Telefone und Gegensprechanlagen besitzen zu müssen und auch gleichzeitig zu bedienen. Solche Leute sind oft kontaktschwach und versuchen ihre Schwäche durch solche Aktivitäten zu verdecken.
Papyrophobie
Der Papyrophobe kann kein Papier auf seinem Schreibtisch leiden. Er erweckt den Eindruck, daß er alles sofort erledigt. Aber in Wirklichkeit erinnert Papier ihn an Arbeit, die er haßt.
Papyromanie
Das Gegenteil der Papyrophobie.
Man häuft Berge von Papier auf seinem Schreibtisch und erweckt den Eindruck, daß man mehr zu tun habe, als jeder andere bewältigen kann.
Ordnungswahn
Man ordnet Vorgänge und Akten, anstatt sie zu erledigen. Beschäftigung mit alten Akten fixiert aber den Blick auf die Vergangenheit anstatt auf die Zukunft.
Tabula-Gigantismus
Das zwanghafte Bemühen, stets einen größeren Schreibtisch als die Kollegen haben zu müssen.
Rigor cartis
Das engstirnige Bestreben, auch den kleinsten Geschäftsvorfall in Richtlinien, Weisungen, Organisations- und Ablaufdiagramme einreihen zu müssen.
Wanken und Wackeln
Die völlige Unfähigkeit, überhaupt irgendwelche Entscheidungen treffen zu können. Gewöhnlich läßt ein solcher Mann alle Probleme ruhen, bis es zu spät ist, sie sich von selbst erledigen oder ein anderer die Entscheidung trifft.
Structurophilie
Die Structurophilie (Bauwut) ist die zwanghafte Beschäftigung mit der Planung, dem Bau, der Pflege und dem Umbau von Gebäuden ohne das geringste Interesse daran, welche Arbeit in den Gebäuden erledigt wird oder erledigt werden sollte.
Dies sind nur einige Beispiele für das Endplazierungssyndrom, das Erreichen der Stufe der lnkompetenz.
Jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen in Ihrem Betrieb ist ausgeschlossen und wäre rein zufällig.
Der Unfähigkeitstrieb
Der Unfähigkeitstrieb, der durch das Peter-Prinzip erklärt wird, ist nicht nur ein individuellesProblem, sondern auch ein solches der gesamten Menschheitsgeschichte. Nicht nur der einzelne entwickelt sich weiter, bis er die Stufe seiner Inkompetenz erreicht hat, sondern auch die gesamte Menschheit:
Der Steinzeitmensch wurde zum Menschen der Bronzezeit, der Eisenzeit, der Technik, der Computer, der Weltraumfahrt. Wann erreicht er seine Stufe der Inkompentenz und - wichtiger noch - wird er sie erkennen?
Jede Regierung - so Peter – gleichgültig, ob demokratisch oder diktatorisch, kommunistisch oder westlich, muß zusammenbrechen, wenn ihre Hierarchie einen unerträglichen Reifegrad erreicht hat. Peters Formel dafür lautet:
Die Effizienz einer Hierarchie ist umgekehrt proportional zu ihrem Reifequotienten RQ:
RQ = Anzahl der Beschäftigten im Zustand der lnkompetenz x 100 /
Gesamtzahl der Beschäftigten in der Hierarchie
Wenn der Reifequotient 100 erreicht ist, kann offensichtlich überhaupt keine sinnvolle Arbeit mehr geleistet werden.
Die schöpferische
Unfähigkeit
Das Peter-Prinzip wäre eine Philosophie der Verzweiflung, wenn es uns keinen Ausweg weisen könnte aus dem Dilemma, daß jedermann eines Tages die Stufe seiner Inkompetenz erreichen wird. Wie läßt sich das vermeiden? Schon ein altes Sprichwort zeigt einen Ausweg. Peter zitiert das bekannte Wort vom Schuster, der bei seinen Leisten bleiben soll als eine deutliche Warnung an den Schustergesellen, sich vor der Beförderung zum Abteilungsleiter in der Schuhfabrik zu hüten. Die Hand, die geschickt mit Ahle und Hammer umgeht, kann versagen, wenn sie den Hammer mit dem Kugelschreiber vertauscht und Lieferfristen und Arbeitspläne bearbeiten soll.
Am einfachsten wäre also die Abwehr einer Beförderung. Aber wer kann das schon. Man handelt sich dafür nur den Ärger der Ehefrau und den Spott der Kollegen ein. Man kann aber auf subtilere Art die Beförderung vermeiden. Peter nennt das einen Akt der schöpferischen Unfähigkeit. Die Regel heißt:
Verbreiten Sie den Eindruck, daß Sie Ihre Stufe der
Unfähigkeit schon erreicht haben!
Schöpferische Unfähigkeit erreicht die besten Resultate dann, wenn Sie den Bereich der lnkompetenz so wählen, daß Sie bei der Erledigung der wichtigsten Aufgaben,
die sich aus Ihrer gegenwärtigen Stellung ergeben, nicht ernsthaft behindert werden. Oder mit anderen Worten: Tue nie soviel, wie Du glaubst, tun zu können. Peter nennt noch andere Beispiele, um Beförderungenvermeiden zu können: Man parke stets auf dem Parkplatz des Chefs und fahre dabei möglichst eine alte Klapperkiste. Man gehe nicht so oft zum Friseur und trage ein wenig schäbige Kleidung. Man mache dann der Tochter des Chefs einen Heiratsantrag, auch wenn man sie noch nie vorher gesehen hat.
Aber der beste Weg, die letzte Beförderung zu vermeiden ist die schöpferische Unfähigkeit. Sie ist der Schlüssel zu Glück und Erfolg im Beruf und Privatleben. Dabei ist aber sehr wichtig, daß man niemals zeigt, daß man die Beförderung vermeiden will.
ob er eine neue Position auch wirklich ausfüllen kann,
bevor er sie annimmt.
Das gleiche gilt umgekehrt für alle Vorgesetzten,
die Mitarbeiter befördern.
[Quelle: wyciwyg
[Entnommen aus: Management-Wissen August 1977 ]]
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