" .. Im Gegensatz zu den Auswanderungswellen des 19. Jahrhunderts verlassen nicht etwa Analphabeten, Bauern und verzweifelte Arbeiter das Land. Wir erleben keine Elendsflucht, sondern einen Exodus des gebildeten Mittelstands. Das Durchschnittsalter .. beträgt 32 Jahre, .. Nach Angaben der OECD verliert derzeit kein anderer Staat so viele Akademiker.
Während unser Sozialstaat Hunderttausende Unqualifizierter aus den Randzonen Europas anzieht, fühlen sich die jungen Vertreter des Leistungsmittelstands hierzulande immer fremder.
Man spürt bei Auslandsreisen, dass die Dinge sich anderswo besser entwickeln als bei uns, .. beim Mittelstand verfestigt sich .. der Eindruck, das Land sei langsam geworden und seine Substanz erodiert. .. Avantgarde spürt man nicht mehr daheim, sondern in der Fremde. .. Die Fremde wird zum Ort der Verheißung.
Wenn die Autobahnen in Andalusien* inzwischen besser sind als im Ruhrgebiet, unsere Schulen neben denen in Skandinavien wie Baracken aussehen, wenn ein deutscher Krankenhausarzt nur noch so viel verdient wie ein Pförtner in Dubai, .. dann gehen sie eben. .. (Es) vollzieht sich ein Bruch der Gesellschaft in der Mitte. Man erörtert über Jahre, wie man den Wohlstandskuchen noch ein bisschen gerechter verteilen könnte, doch unterdessen flüchten diejenigen aus der Küche, die den Kuchen backen sollen. .. Es sind die Millionen der Mittelschicht, die die Gesellschaft tragen, .. Sie zahlen immer höhere Abgaben, erleben Wohlstandsverluste, werden bevormundet, .. und werden dem Wettbewerbsdruck der Globalisierung mit viel weniger Schutz ausgesetzt .. "
* Die wurden Ende der '70er von EU-Geldern gebaut, auch in Portugal:
Größter Netto-Zahler war Deutschland ....
Siehe dazu auch diesen Beitrag.
Für heute wieder einmal genug davon wie der Aufschwung ankommt - Fortsetzung folgt, ich geh' jetzt wieder eine Runde 'positiv denken' ....
[3.009/mjp]
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