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Dazu schreibt ladyjane am So, 9. Dez, 18:58:
definitly yes!
Mein Pädagogikprof von anno tuk, aus der DDR geflohen, sagte einmal in einem Seminar. Das russische Volk hat diese verdammte Fähigkeit zu leiden.
Was für mich bedeutet, sie leben bewußt in grauenhaften Verhältnissen. Das ist ein unerträglicher Zustand für die Welt. Demokratisierung ist ein Prozeß, kein Akt. Das heißt vor allem Geduld zu haben, mit Rückschlägen zu rechnen, diese aber nicht tatenlos hinzunehmen.

Ich meine, in der Nachricht über die angeblich gewollte Rückkehr zu kommunistischen Verhältnissen war von einer staatlichen (!) Untersuchung die Rede. Unter dem Aspekt werte ich das Ergebnis von über 60(?)% - was faktisch bedeutet, Herr P. hat zwischen der ersten und zweiten Tasse russischen Tees zum Frühstück eine "Untersuchung" geschrieben. 

 wvs antwortete am So, 9. Dez, 19:23:
@ ladyjane
Gerade wegen der Duldsamkeit und Leidensfähigkeit:
definitely NO!

Wir sind nicht dafür verantwortlich, daß andernorts 'alles im Lot' ist, denn was passiert, wenn sich das Deutsche Wesen ausbreitet haben wir ja zur Genüge erfahren ....

Ich hatte mit Absicht " .. scheint - Manipulationen bei den Wahlen hin oder her - der Meinung zu sein .. " geschrieben, weil ich eben nicht davon überzeugt bin, daß das mit rechten Dingen zuging .... 

 ladyjane antwortete am So, 9. Dez, 19:32:
...
Demokratie ist keine deutsche Erfindung. Ich glaube, es geht eher darum, Menschen, die seit Jahrhunderten gedeckelt (um es einmal vorsichtig auszudrücken) wurden, auf den Weg zu helfen. Der Mensch an sich ist lernfähig und darf sich weiterentwickeln. Es ist sicher einfacher, sich sagen zu lassen, was man wann wo zu tun hat. Aber wenn ihnen die selbständige Seite vorenthalten wird, ergibt sich keine Gelegenheit, diese neue Lebensform auszuprobieren, damit auf die Nase zu fallen oder damit Erfolg zu haben.
Ohne Hilfe/Anregung/Unterstützung bewegt sich ein Moloch wie Russland leider nicht. Die Skrupellosen, Machtgierigen können aber so ihr Pfründe sichern und wieder einmal haben die Menschen das Nachsehen. 

 wvs antwortete am So, 9. Dez, 19:41:
Warum fällt mir ....
da sofort die Aussage vieler ehemaliger DDR-Bürger ein, die meinen, es sei früher doch Alles viel besser gewesen?
Das Modell vorzustellen ist OK, es durchsetzen zu wollen - gegen die herrschenden Partei- und Mafia-Klüngel - halte ich für aussichtslos ....

Daher - und wegen der DDR-Erfahrung - meine ich es ist angebracht, zwar kleine Schritte hinsichtlich der Erweiterung des Bewußtseins für das, was auch noch als Alternative möglich wäre, zu tun, aber die Menschen dort nicht zwangsweise in einem Rollstuhl mit (für sie) rasantem Tempo in eine Richtung zu schieben, die sie nicht so schnell - und vor allem nicht dorthin! - wünschen ....

Es gibt - aus meiner Sicht - auf der Welt eine Fülle von Problemen die wichtiger erscheinen als Unruhe in einem Land zu stiften, das verhältnismäßig 'ruhig' ist ....
*edit*

Demokratie ist keine deutsche Erfindung - wohl aber "am deutschen Wesen die Welt genesen" zu lassen .... wir sollten unser "Sendungsbewußtsein" zügeln - sonst gibt es am Ende einen Wechsel von 'ugly American' zu 'ugly German' .... es reicht doch, daß wir für die meisten Amerikaner 'German cowards' sind ...!
 

 ladyjane antwortete am So, 9. Dez, 20:20:
Leider
steht diese Aussage manches ehemaligen DDR-Bürgers im Raum. Ich habe in den Jahren 90-94 dort gearbeitet und mir ging das Gejammer irgendwann auf den Geist. Ich fragte mal in einer Runde: Ist der Preis für Persil und Nutella letztendlich doch zu hoch? Da war nur noch Schweigen im Walde. Auf der einen Seite will man die Freiheit aber nur mit der bekannten sozialen Sicherheit die da hießen "Kind krank"*, Kinderkrippe, Vollbeschäftigung, festgesetzte Preise.


* Kind krank war so eine Art Sonderurlaub. Man sagte im Betrieb Bescheid, dass ein Kind krank ist und schwupps, brauchte man erst mal 6! Wochen nicht mehr zu arbeiten. Als ich meinen Angestellten im Frühjahr 1991 klar machte, dass es durchaus die Hilfe für ein krankes Kind gäbe, aber nur max 12 Tage im Jahr pro Familie und dann Lohnabzug erfolgte, war diese "Krankheit" bei uns fast ausgestorben. 

 wvs antwortete am Mo, 10. Dez, 01:08:
Um es nochmal deutlich zu sagen: ....
Mein Einwurf sollte keine generelle Schelte der Bürger der ehemaligen DDR sein - nur ein Vergleich, daß das menschliche Beharrungsvermögen doch außerordentlich groß ist und der Leidensdruck mindestens ein wenig größer sein muß, damit Bewegung in die Angelegenheit kommt ....

Außerdem hat ja Deutschland - in Gestalt des Kaiserreichs - schon Anfang des letzten Jahrhunderts eine unrühmliche, undankbare und letztlich gegen die Urheber selbst gerichtete Revolution unterstützt, die sonst nicht stattgefunden hätte .... Geschicht-e (& ~sforschung) ist u.a. doch auch dazu da, etwas daraus zu lernen .... 

Titel:

Text:

 


   




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08. Okt. 2008, 02:49
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48143 Münster

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