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Dazu schreibt steppenhund am So, 14. Okt, 20:58:
Die Frage ist eher umgekehrt zu stellen ...
Wie schaffen es die Leute, heute so abhängig zu sein?
1971 kam glaube ich der HP35 heraus 1972 der HP45-Taschenrechner, viel zu teuer für mich als Studenten, damals etwas mehr als umgerechnet 1000 €, nach heutigem Geld mindestens 3000 €.
Ich war stolz auf meinen Aristo-Rechenschieber mit 24 Skalen (z.B. e^-0.01x)
Heute kann man den Leuten nicht einmal erklären, was der Nutzen einer solchen Skala ist. Im Jahr 1973 habe ich mich im Zuge meiner Diplomarbeit mit dem Auszählen von Gatterdurchlaufzeiten im Nanosekundenbereich beschäftigt. Heute rechnen die Computer um den Faktor 10 000x schneller, benötigen aber in manchen Bereichen Zeiten, wo ich nur den Kopf schütteln kann.
Nein stimmt nicht, es wird heute schon wesentlich mehr Datenmaterial umgesetzt, durchgesetzt, nur ist der Müllfaktor mittlerweile bereits 100 oder 500. Das heißt, ich muss mich durch mehrere Müll-LKWs Scheisse durchwühlen, bevor ich mein begehrtes Datenstück finde. Deswegen sei Google auch der enorme Erfolg gegönnt. Denn das maschinell unterstützte Suchen scheint eine der wichtigsten Funktionen der heutigen EDV zu sein.
Damals vor 30 Jahren musste man noch in Schmuddelkinos gehen, um an Pornomaterial heranzukommen. Heute quillt es einem selbst dann entgegen, wenn man nicht einmal sucht.
Vor zwanzig Jahren gab es schon Internet und email. Das funktionierte super, wenn man eine wissenschaftliche Affiliation hatte. Damals beschäftigten sich die Hacker damit, von Uni zu Uni zu telnetten und irgendwo in ein System einzubrechen. Betriebssystem war Unix, an sich ein sicheres System, doch für Hacker mit ausreichenden Systemkenntnissen eben auch zu knacken.
Und vor zehn Jahren, eigentlich vor 14 Jahren, war ich schon Compuserve-Mitglied. Chatten besser als im Internet - aufgrund der sternförmigen Verbindungsstruktur und dem proprietären Client. Freunde auf der ganzen Welt. Cybersex hatte noch den Reiz des Neuen und Verbotenen. Da alles noch rein textlich lief, war auch der Fantasie mehr Erlebnisraum gestattet. Etwas später gab es dann noch uploads von Bildern.
Auf Compuserve waren bereits in Amerika die Senioren unterwegs. Der Computer war für Amateure erschlossen worden. Im Vergleich zu den Compuserve-Möglichkeiten waren die Anfänge des Internets bescheiden. Ich kann mich noch an meine eigenen Enttäuschungen bei den ersten Chats erinnern.
Das Niveau der Tele-Bekanntschaften war damals höher. Wenn jemand im Netz war, hatte er einige interessante Facetten - auch beruflicherseits - aufzuweisen.
Aber eine Sache hat das heutige Internet für mich schon geleistet. Ich musste früher jeden Fehler in real machen. Auf was ich mich mit Frauen eingelassen habe, um irgendwann einmal ein Scheitern eingestehen zu müssen. Heute lese ich die Blogs von Frauen, in die ich mich vor Jahren verliebt hätte und stelle fest, wie sie sich im Laufe von 2 Jahren weiterentwickelt oder gar nicht entwickelt haben.
Mit dieser Möglichkeit der Langzeitbeobachtung hätte ich es vermutlich sogar geschafft, ein treuer Ehemann zu bleiben. Oder zumindest fast treu;) 

 wvs antwortete am So, 14. Okt, 21:09:
Aus dem ....
was ich geschrieben habe sollte bestimmt nicht als Fazit eine Computer- oder Technikfeindlichkeit herausklingen .... nein, ganz im Gegenteil, ich schätze die Möglichkeiten die sich bieten und freue mich über jede Anregung durch Informationen, die ich vor Jahren nicht oder nur mit sehr viel Aufwand bekommen hätte - wenn ich sie überhaupt hätte bekommen können ....

Da ich mich der Computerei als Laie genähert habe ist mein Basiswissen auf das beschränkt, was man als 'user' seit ca. 1987 zur Verfügung hatte - BTX war eine Parallelanwendung, die ich verflucht habe - aber auch nutzen konnte, um Informationen schnell zu bewegen .... eine Nebengleis, ein totes Gleis wei man jetzt weiß .... aber zugleich ein Paradebeispiel dafür, wie solche an sich unnützen technischen Wege auch dann noch von den Anbietern propagiert werden, wenn diese schon wissen, daß es eigentlich sinn- und nutzloses Zeug ist .... unehrliche Anbieter, die das Mißtrauen im unbedarften 'user' weiter vertiefen .... 

 steppenhund antwortete am So, 14. Okt, 21:50:
Ich lebe mit dem Umstand, dass ich als Anbieter von technischen Lösungen manchmal gegen unseriöse Anbieter verliere, weil dieselben sich nicht scheuen, "nutzloses Zeug anzubieten und zu verkaufen". Natürlich habe ich dann eine Stinkwut, die sich allerdings mittlerweile durch Professionalität nicht mehr wesentlich auswirkt. Das heißt, auch ich ärgere mich nicht mehr so sehr wie früher einmal.
Ich habe allerdings mittlerweile kein Mitleid mehr mit Personen, die falschen Versprechungen folgen. Ich behaupte einmal, dass ausreichend viel Information vorhanden ist, dass sich die Menschen ein eigenes Urteil bilden können. Wenn sie sich dann trotzdem einkochen lassen, ist es ihr Problem. Das sehe ich auch dann nicht anders, wenn ich einmal selber wo hineinfalle.
Mündigkeit des Anwenders ist das Schlagwort.
Politisch gesehen werde ich von der Menge der Dummen overruled. Das bedeutet im Endeffekt sie oder ich. 

 wvs antwortete am So, 14. Okt, 22:36:
Der Verbraucher ....
oder besser vielleicht "Kunde", hat ja die Wahl, ob er nach Preis, fachlichem Eindruck / Plausibilität oder Zufallsprizip kauft - jedem das Seine! Wenn nach Preis gekauft wird, kann ein Qualitätsanbieter sowieso nicht mithalten, denn Qualität hat einen Preis, der nicht beliebig abgesenkt werden kann ....
Wenn Fachleute von Fachleuten kaufen ist es sicher die überzeugendste Lösung die gewinnt, es sei denn irgendwelche Einkäufer sind zwischengeschaltet und haben keine Ahnung vom Metier .... die letzte Gruppe paßt - wenn auch der Grund ein anderer ist schon gut mit der ersten Kategorie zusammen - ja, mit solchen Käufern habe ich am wenigsten Mitleid, denn sie hätten sich ja sehr leicht informieren können ....

Ein Aspekt, der früher noch bedeutsam war ist heute ganz in den Hintergrund gedrängt: Die Lebendsdauer eines Produktes - außer vielleicht bei sehr teueren Investitionen ....bedenklich, denn wo früher repariert wurde wird heute ersetzt - keine gutes Ergebnis für die Umwelt und bestimmt keine Schonung der Ressourcen 

 steppenhund antwortete am So, 14. Okt, 22:42:
Du hast leider viel zu recht! :( 

 wvs antwortete am So, 14. Okt, 22:54:
Ich wünschte, es wär' anders .... 

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