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Dazu schreibt konkret77 am Fr, 12. Okt, 14:10:
Der Begriff
stammt natürlich aus der IT-Welt, in der ich seit meinem 22 Lebensjahr produzierend und beratend tätig bin. Letzte Woche 45 geworden, stelle ich mir immer wieder und erneut die Frage, wohin uns die post-industrielle IT-Revolution noch führen wird. Angesprochen wurde hier schon viele wichtige Aspekte, Burn-Out et al. Ich stelle an mir selbst fest, dass ich den sogenannten "Neuerungen", mit Halbwertzeiten von knapp drei Monaten nicht mehr gewachsen sein will. Ich habe es nicht nötig (dem Herrn sei Dank), mich in diese Tretmühle hineinzubegeben, denn: aus Multi-Tasking wird in Kürze event oriented; ereignisorientiert, was immer passiert, man/frau hat situativ die richtige Lösung zu präsentieren, sonst gibt's Punkteabzug. Und wenn wir ganz großes Pech haben, kommt dann auch noch die Rückbesinnung auf die allumfassende Objektorientiertheit, die ich als Programmierer über alles liebe, aber für einen nativen Lebensansatz für völlig unbrauchbar erachte.

Sorry, ich gerate ein wenig off-topic . . . aber Paradigmen-Diskussionen lassen mich nicht kalt. 

 wvs antwortete am Fr, 12. Okt, 15:25:
Nur frei heraus damit, ....
lieber konkret77, denn das befreit:
Ich stelle mich manchmal in den Keller - der Nachbarn wegen - und brülle ganz laut Unflätiges geraus, nur damit ich nicht platze ...!

Danke für die Erweiterung der Diskussion, ich finde es durchaus angebracht, auch über weitere, verbundene Strukturelemente des Arbeitsalltags zu reden ....es berührt die Frage "Müssen wir alles tun was wir können?" - ich meine "nein" - und da bin ich mir ganz sicher .... vor allem weil jedes "ja" weitere entmenschlichenden Veränderungen nach sich zöge .... 

 konkret77 antwortete am Fr, 12. Okt, 17:02:
Im Kundengespräch...
...habe ich mir angewöhnt auf die Qualität eines Anspruchs hinzuweisen. Soll es schnell oder gut gemacht werden?! Und wenn ich da zu oft "schnell" als Antwort empfange, fliegt der Kunde in der nächsten beruflichen Neu-Orientierung heraus. Diesen Luxus leiste ich mir mittlerweile.
Dein Keller ist mein Auto, es ist halbwegs schallisolierend und hat in den vergangenen Jahren einiges an komprimierter Unflätigkeit anhören müssen ;-) Und diese Ventilfunktion ist gut, denn sonst...
Aber die Frage ist ja weiterhin: was muss ich mir antun, um als geld-verdienender Mensch akzeptiert zu sein? Und da haben Angestellte, ob nun im mittleren oder höheren Management (wovon wir hier doch sprechen) sehr viel mehr zu erleiden, als wir freelancer, die wir uns ja unsere Kunden "aussuchen".

Um's ganz knapp abzuhandeln:
Meiner Meinung nach ist der Kapitalismus (erneut) an einem Wendepunkt angelangt, wo jeder halbwegs klar denkende Mitmensch sich überlegen muß, welche Position er /sie beziehen will. Und es geht mittlerweile nicht um ein wenig mehr Kohle, es geht um die Art und Weise, wie human(istisch) mit Mitmenschen im Berufsleben umgegangen wird. 

 wvs antwortete am Sa, 13. Okt, 00:10:
Sicher ....
kann man als Freiberufler - in doch sehr engen Grenzen! - aussuchen, mit wem man zusammenarbeiten will - und mit wem nicht ...! Ein "Basisrauschen", also Kunden, die die Gemeinkosten abdecken helfen, wird jeder Freiberufler haben müssen - wenigstens ist das meine Erinnerung.
Insoweit schränkt sich auch die Freiheit der Freiberufler ein.

Die Überlegung zum "Wendepunkt" kann ich nur unterstützen:
An vielen Hochschulen ist man dazu übergegangen "Ethik im Geschäftsleben" (oder ähnlich betitelt) zu unterrichten, weil den Studenten ein Koordinatensystem mitgegeben werden soll, das ihnen ermöglicht "gut" von "böse" zu unterscheiden - nur, leider, werden sie oft von der Wirklichkeit überrollt und müssen sich 'nach der Decke strecken' - was nichts anderes heißt, als daß sie sich wohlverhalten und die hehren Grundsätze, die man ihnen mitgegeben hat ganz schnell wieder vergessen .... 

Titel:

Text:

 


   




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06. Jul. 2008, 04:49
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