wie man die Geschichte so umdeutet, daß es ''in den Kram paßt'' - und wegen der Geschichtslosigkeit der Masse unserer Bevölkerung - das Fach Geschichte kann man bereits Jahre vor dem Abitur 'abwählen' - fällt es auch höchstens einer Minderheit auf .... " .. das macht doch nichts, das merkt doch keiner . " * - einmal mehr ....
Die SPD-Größen Steinbrück, Steinmeier und Platzeck versuchen, in der "Süddeutschen Zeitung" das Ideenfundament für die Sozialdemokratie der Zukunft zu legen. Doch ihre historische Argumentation ist ebenso kaltschnäuzig wie irritierend - und Geschichtsklitterung.
.. ein programmatisches Extrakt von Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck, Finanzminister Peer Steinbrück und Außenminister Frank-Walter Steinmeier lesen - den drei SPD-Führungsfiguren der Nach-Müntefering-Zeit. Sie wollen mit ihren Überlegungen, hört man, das Ideenfundament für eine neue SPD auf der "Höhe der Zeit" legen.
Das Dokument ist angesichts einer irritierend kaltschnäuzigen Geschichtsklitterung in der Tat keineswegs uninteressant.
Der Zentralbegriff der Ausführungen der drei lautet "soziale Demokratie". Zu diesem Gedanken und zu dieser historischen Strömung bekennen sich Platzeck und Co. Mit prononciertem Gestus.
Den historischen Ausgangspunkt von Idee und Bewegung legen sie gewissermaßen in das Jahr 1900, in den Übergang jedenfalls vom 19. zum 20. Jahrhundert. Bis dahin hätten allein rigide Wirtschaftsliberale und orthodoxe Marxisten ihre sterilen Kämpfe ausgefochten - der Sozialkatholizismus und der sozialpatriarchalische Konservatismus kommen im Geschichtsverständnis der drei Autoren nicht vor.
Mit der sozialen Demokratie aber, die sich nicht von der Krisendogmatik der orthodoxen Marxisten leiten ließ, sei endlich die Wohlstands-, Freiheits- und Gerechtigkeitssynthese aus marktwirtschaftlicher Dynamik, gesellschaftlichem Zusammenhalt und demokratischer Stabilität in die deutsche Gesellschaft hineingekommen. Insbesondere in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts habe die "soziale Demokratie" den beispiellosen Erfolg der "westeuropäischen Nachkriegsordnung" bewirkt.
Die orthodoxen Marxisten waren in der Mehrheit
Soweit der historische Begründungsfaden des Platzeck/Steinbrück/Steinmeier-Papiers.
Was in der Tat daran verblüfft, ist die bedenkenlose Geschichtsklitterung. (:)
Die orthodoxen Marxisten aus dem Jahr 1900 lagerten schließlich nicht irgendwo weit weg von der "sozialen Demokratie" in entlegenen kommunistischen Konventikel, sondern stellten seinerzeit die weitaus größte Mehrheit der sozialdemokratischen Partei von August Bebel.
[Text / Quelle]
* [HANS SCHEIBNER (lyrics) Texte]
[xdc]
Die SPD-Größen Steinbrück, Steinmeier und Platzeck versuchen, in der "Süddeutschen Zeitung" das Ideenfundament für die Sozialdemokratie der Zukunft zu legen. Doch ihre historische Argumentation ist ebenso kaltschnäuzig wie irritierend - und Geschichtsklitterung.
.. ein programmatisches Extrakt von Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck, Finanzminister Peer Steinbrück und Außenminister Frank-Walter Steinmeier lesen - den drei SPD-Führungsfiguren der Nach-Müntefering-Zeit. Sie wollen mit ihren Überlegungen, hört man, das Ideenfundament für eine neue SPD auf der "Höhe der Zeit" legen.
Das Dokument ist angesichts einer irritierend kaltschnäuzigen Geschichtsklitterung in der Tat keineswegs uninteressant.
Der Zentralbegriff der Ausführungen der drei lautet "soziale Demokratie". Zu diesem Gedanken und zu dieser historischen Strömung bekennen sich Platzeck und Co. Mit prononciertem Gestus.
Den historischen Ausgangspunkt von Idee und Bewegung legen sie gewissermaßen in das Jahr 1900, in den Übergang jedenfalls vom 19. zum 20. Jahrhundert. Bis dahin hätten allein rigide Wirtschaftsliberale und orthodoxe Marxisten ihre sterilen Kämpfe ausgefochten - der Sozialkatholizismus und der sozialpatriarchalische Konservatismus kommen im Geschichtsverständnis der drei Autoren nicht vor.
Mit der sozialen Demokratie aber, die sich nicht von der Krisendogmatik der orthodoxen Marxisten leiten ließ, sei endlich die Wohlstands-, Freiheits- und Gerechtigkeitssynthese aus marktwirtschaftlicher Dynamik, gesellschaftlichem Zusammenhalt und demokratischer Stabilität in die deutsche Gesellschaft hineingekommen. Insbesondere in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts habe die "soziale Demokratie" den beispiellosen Erfolg der "westeuropäischen Nachkriegsordnung" bewirkt.
Die orthodoxen Marxisten waren in der Mehrheit
Soweit der historische Begründungsfaden des Platzeck/Steinbrück/Steinmeier-Papiers.
Was in der Tat daran verblüfft, ist die bedenkenlose Geschichtsklitterung. (:)
Die orthodoxen Marxisten aus dem Jahr 1900 lagerten schließlich nicht irgendwo weit weg von der "sozialen Demokratie" in entlegenen kommunistischen Konventikel, sondern stellten seinerzeit die weitaus größte Mehrheit der sozialdemokratischen Partei von August Bebel.
[Text / Quelle]
* [HANS SCHEIBNER (lyrics) Texte]
[xdc]
