wvs antwortete am Mo, 20. Feb, 21:52:
Wenn ich mich so ....
umsehe, halte ich eine Monarchie - viele konkrete Maßnahmen & Vorgaben "von oben", aber auch gleichzeitig 'was für's Herz - schon deswegen für besser, weil sie verhindert, daß das Volk nach einem andersartigen "Führer" ruft ....Und ein Monarch könnte Stipendien vergeben - statt Bafög - das macht sich auch viel besser .... denn willkürlich und ohne Gerechtigkeit sind beide Formen ....
Jeffrey antwortete am Di, 21. Feb, 17:18:
wvs antwortete am Di, 21. Feb, 20:16:
Stipendien werden doch ....
üblicherweise nach Leistung / nach Kriterienkatalog vergeben - in USA funktioniert das gut, auch ohne Monarchie. Jeder hat eine Chance - egal ob reich oder arm, aus gebildetem oder ungebildetem Umfeld ....Was BAFÖG angeht: Da bin ich anderer Meinung. Ich kenne Familien, die es bestimmt nötig hätten unterstützt zu werden - und andere, bei denen schon genug Geld da ist, aber das ist so geschickt auf großeltern und Tanten verteilt, daß die Eltern bitterarm erscheinen und die Kinder deswegen BAFÖG erhalten. Nein, da steht mein Vorurteil fest: BAFÖG ist ungerecht.
Jeffrey antwortete am Mi, 22. Feb, 14:47:
Sie kennen vermutlich sehr wenige Bafögempfänger. Ich kenne auch jemanden, der welches ungerechtfertigterweise bekommt, aber nur, weil sein Vater eine Firma im Ausland hat, gleichzeitig aber den Hauptwohnsitz in Deutschland (hätte er ihn im Ausland, müsste er seine ausländische Steuererklärung vorzeigen) hat. (Studenten-)Bafögempfänger werden wirklich sehr genau geprüft. Und die, die ihr Geld an Tanten usw. schleusen riskieren eine Vorstrafe - garnicht gut für den Berufseinstieg. Vor ein paar Jahren sind so tausende Studenten verurteilt worden. Selbst wenn meine Großeltern ohne mein Wissen ein Sparkonto führen würden, könnte ich rechtlich belangt werden. Das sehe ich nicht wirklich als Vorteil.
Und die Zahl derer, die legal "ungerechtfertigt" Bafög bekommen ist verschwindend gering. Die einzige Möglichkeit ist meines Wissens die oben beschriebene, dass die Eltern in der EU keine Einnahmen haben, gleichzeitig aber in Deutschland über das Finanzamt gemeldet sind.
wvs antwortete am Mi, 22. Feb, 16:14:
Sie stellen richtig fest, ....
daß mit steigender Zahl von potentiellen Kandidaten für ein Stipendium die Anforderungen proportional steigen - nein, eigentlich nicht die Anforderungen, sondern wegen der großen Zahl führt eine Note, die vorher den Zugang zu einem Stipendium sicherte jetzt nicht mehr zum gewünschten Erfolg.Was BAFÖG angeht mag meine Wahrnehmung eingeschränkt sein, denn in der Tat kenne ich natürlich nur
Jeffrey antwortete am Mi, 22. Feb, 19:37:
Was mich grundsätzlich daran stört, wenn man Bafög abschaffen würde und alles stipendienbasiert regeln würde: Die Leute mit genug Geld können fleißig (bzw. in dem Fall auch sehr gerne weniger fleißig) (weiter-)studieren, während es für Andere fast schon zum Glücksspiel werden kann. Analog könnte man ja fordern, dass die Oberstufe - oder besser noch: das Gymnasium insgesamt - nur noch für Schüler kostenlos bleibt, die entsprechende Leistungen in der Mittelstufe (bzw. Grundschule) erbracht haben. Wenn ich daran denke, dass ich es Ende der Mittelstufe gerade noch geschafft habe "nur" eine Fünf auf dem Zeugnis zu haben, und jetzt trotzdem mein Studium packe... Glücklicherweise studiere ich ein Fach ohne nc, denn mit Abiturnote 2,4 lässt sich nicht viel machen...
Wenn ich da an die Studiengebühren denke, z.B. an der RWTH 650€ pro Semester (bei ca. 28000 Studenten, 650mio. € Budget), zeigt das ja ohnehin, dass das alles nichts mit Kostendeckung zu tun hat. Es sollen einfach Langzeitstudenten (auch potenzielle) ausgesondert werden (was ja schon durch die entschärfte Form der Studiengebühren der Fall war). Aber gut, hier komm ich vom Thema ab...
wvs antwortete am Mi, 22. Feb, 19:58:
"Schulerfolg ist ....
nicht gleichzusetzen mit Lebenserfolg" - das war schon immer meine These! Zu viele Unwägbarkeiten in Schulnotengebung, einige Schüler mag der Lehrer, andere nicht - und die Art der Notengebung erlaubt immer noch seeehr viel "persönlichen" Spielraum ....Ich zahle derzeit schon für ein Kind Studiengebühren - nicht wegen "Bummelei", sondern wegen freiwilliger Zeit im Ausland, zur Förderung der Sprachfertigkeit (auf meine Kosten!) - nachher hat dann die Universität plötzlich nichts mehr von der zugesagten Anerkennung der Auslandszeit wissen wollen .... so wird das "mehr tun und wissen wollen" hier bestraft, anstatt es zu honorieren ....
Was ich früher schon bemängelt habe ist auch, daß wir mit Steuern zum ersten Mal für die Bildungseinrichtungen zahlen - und nun mit Studiengebühren zum zweiten Mal!
Komisch, daß das in Holland oder USA z.B. ohne Steuergelder bestens funktioniert, die Universitäten erheblich besser ausgestattet sind und die Studenten für Mehrleistungen (s.o.) Boni erhalten, anstatt sie auch noch finanziell zu bestrafen .... wer sich also z.B. als Sprachlehrer (Gymnasium) bewirbt und nicht einen Tag im Ausland zugebracht, dafür aber das Studium in der Richt-Studienzeit beendet hat, hat sogar noch bei der Bewerbung Vorteile - da frage ich mich:
Wie soll sich bei solcher Handhabung die Qualität der Unterrichte verbessern?
Die besser ausgebildeten haben Nachteile, die Regelstudierer mit Minimal-Studium machen das Rennen - ein Unfug erster Güte!
Jeffrey antwortete am Fr, 24. Feb, 14:07:
Die Regelstudierer mit Minimalstudium machen aber nicht immer das Rennen. Z.B. in der Forschung, da werden erstklassige Noten erwartet, idealerweise noch mit Doktortitel. Wobei man letzteren auch nur mit guten Noten bekommt und sein Studium relativ schnell abgeschlossen hat.
wvs antwortete am Fr, 24. Feb, 14:30:
Regelstudenten ....
mit mittelmäßigem Ergebnis sind oft gegenüber anderen Studierenden im Vorteil, weil Unwissende unter den Personal-Auswählern nicht das Gesamtergebnis, sondern die Studiendauer als Kriterium sehen .... ich habe in Seminaren für Personalleiter immer wieder dafür geworben, zusätzlich auch die studierten Fächer und vor allem die Art der Veranstaltungen genau anzusehen - es gibt in jedem Fach "leichte" und "schwere" Scheine (für Teilgebiete, Seminare, Praktika) - daher ist es wichtig einen Überblick zu haben, nicht punktuell nur Dauer oder Noten anzusehen .... Was die Kosten in USA angeht:
"Landeskinder" - also Studenten aus dem gleichen Staat - bekommen hohe Rabatte, auch Ausländer, denn jede Universität bzw. jedes College "schmückt" sich gern mit vielen Studenten aus anderen Ländern - und die bereichern ja auch das Studiengeschehen dadurch, daß sie neue Aspekte einbringen ....
Wer aus anderen Staaten kommt zahlt häufig mehr, aber dadurch, daß alle Menschen es wissen, sparen sie schon wenn ihre Kinder klein sind - und bekommen dafür Steuererleichterungen. So wird private Initiative gefördert, werden die Unis gut ausgestattet und alle haben etwas davon!
Hier werden Steuegelder in der Kultusbürokratie verbraten, werden Wasserköpfe an Stipendienorganisationen unterhalten, werden parteigebundene Stiftungen mit riesigem Verwaltungsapparat aus Steuern gestützt - alles Geld, das wir aufbringen müssen:
Und dann hat noch nicht ein Student eine Stunde Vorlesung gehabt!


Dazu schreibt Jeffrey am Mo, 20. Feb, 21:39: