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Nichts ist so, wie es zu sein scheint ....


 
 
 

Kati Witt* verkörperte den "schönen Schein" der DDR. Und nicht nur sie. Honecker verstand es, dem Ausland, den eigenen Bürgern, aber auch sich selbst eine "heile Welt" vorzugaukeln.
Doch wer den Blick hinter die Fassaden wagte, erkannte sie schnell als Kulissen. Demgemäß galten der DDR-Führung Spitzenathleten als "Diplomaten im Trainingsanzug". Sie steigerten das Prestige der DDR.
Je prominenter Kati Witt als Weltstar wurde, desto mehr schwand der Einfluss der Machthaber auf sie. Als sie 1988 in Calgary zum zweiten Mal olympisches Gold gewann, titelte die BILD-Zeitung: "Kati, wir lieben dich alle." Die DDR-Führung hatte Angst, sie zu verlieren. Sie wusste, dass Orden und die üblichen Privilegien für Spitzensportler nicht reichen würden, sie zu halten.
Schließlich warf die Partei einen ehernen Grundsatz des "Arbeiter- und Bauernstaates" über Bord: Kati Witt durfte als Profi bei der US-Show "Holiday on Ice" ihre Bahnen ziehen (1988).
*[Quelle = ZDF]
" .. Katarina Witt, am 3. Dezember 1965 in Staaken geboren, ist Athletin, Künstlerin, TV-Kommentatorin und Geschäftsfrau. Mit ihrer einzigartigen Laufbahn und Titelsammlung ist sie zur erfolgreichsten Eiskunstläuferin aller Zeiten avanciert - und setzt ihre gesammelten Erfahrungen, auf der Leinwand, der Bühne, am TV-Mikrofon und im Marketing- und PR-Business ebenso vielversprechend ein. Ihr Anspruch, alles, was sie tut, mit Herz, Leidenschaft, Verstand und immer hundertprozentig zu machen, findet seinen Lohn: Der internationale Star Katarina Witt ist vielfach preisgekrönt. .. "

Als Witt 1998 für das Magazin Playboy Nacktfotos machen ließ, war dies das zweite Mal nach Marilyn Monroe, dass die Zeitschrift weltweit ausverkauft war.

Viele DDR-Bürger warfen Katarina nach der Wende vor, sie habe als Spitzensportlerin jahrelang Privilegien genossen und das Regime hofiert. Im Nachhinein hat sie erkannt, dass sie dazu missbraucht wurde, einem maroden Staat zu mehr Glanz zu verhelfen. Schockiert war sie darüber, dass sie, wie viele andere auch, ebenfalls von der Stasi überwacht wurde.

Arme Kati!
Da klingt der nachfolgende Text doch ganz anders:
Katarina Witt, DDR-Olympiasiegerin: "Ich bin ein Kind der DDR"
"Ich gehöre eher zu der Gruppe, die sich teilweise sehr gerne an die DDR erinnert. Ich habe schon eine sehr schöne Kindheit dort verlebt, auch eine sehr schöne Jugend. Durch die Unterstützung im Sport konnte ich meine Träume erfüllen. Es gibt natürlich ganz, ganz viele Menschen, die wahrscheinlich mit Verbitterung zurück schauen. Aber wenn ich mich als Kind der DDR bezeichne, dann meine ich, dass ich im Kindergarten gewesen, auch zur Schule gegangen bin in der DDR, in dem System aufgewachsen bin und natürlich auch alles geglaubt habe, was man mir gesagt hat.
Ich habe unglaublich große Dankbarkeit empfunden und Loyalität den Menschen gegenüber, die mich in dem Sport zu soviel Erfolg gebracht haben. Wir wussten, dass wir als Sportler das Sportsystem kostenlos nutzen konnten, dass es aber von irgendjemandem bezahlt werden musste. Und das waren natürlich die Menschen, die in diesem Land gelebt haben, die in die Fabriken gegangen sind, die arbeiten gegangen sind. Ich wäre mir da ziemlich schoofig vorgekommen, wenn ich dann einfach abgehauen wäre. Das habe ich irgendwie nicht übers Herz gebracht, denn es war mir ganz wichtig, auch die Dankbarkeit zu zeigen, dass mir diese Menschen meinen Sport ermöglicht haben.

Bis 1988, als sich der Untergang der DDR abzeichnete - da zog es Frau Witt vor, im kapitalistischen "Feindes"lager ihr Heil zu suchen .... Und was wird nun Katarina Witt in der Show tun?
"Sie wird die Expertin sein, sie wird in allen Folgen dabei sein, aber sie wird nicht moderieren", erklärt der Produzent Axel Pfeiffer. Dass die damals sehr privilegierte Sportlerin ihrem Heimatland nicht besonders kritisch gegenübersteht, ist bekannt. Das passe auch nicht zu ihr, erklärt Witt selbstbewusst:

"Die DDR ist schließlich ein Teil unserer Geschichte, und die muss man annehmen."

Diesem letzten Satz ist wohl nichts mehr hinzuzufügen!
"Wolf im Schafspelz" - sagte man früher.
Ich sage:
Frau Witt hat es schon immer verstanden, die Systeme maximal zu ihrem persönlichen Zweck zu nutzen - gewissenlos und eiskalt. Wie ihr ja wohl auch während der Playboy-Shootings gewesen sein muß ....

* edit v. 08.05.2006 *
[aus "WELT am SONNTAG"]
" .. Die Stasi-Akten eröffnen diskrete Einblicke in das Leben der Katarina Witt, die all das war, was die DDR gerne gewesen wäre: modern, erfolgreich und der Zukunft zugewandt. Die Akten sind Belege des Gebens und Nehmens - PR für die DDR gegen Privilegien. Es sind aber auch Dokumente naiven Zutrauens, wenn es etwa in einem Stasi-Bericht vom 12.9.1986 über ein Treffen im konspirativen Objekt "Kiefer" heißt: "Die Witt bekundete erneut Interesse für unseren Beruf und stellte die Frage, wie man eigentlich Mitarbeiter des MfS wird (...)."
*edit* (v. 16.04.2007)
Erst jüngst fand ich einen sehr aufschlußreichen Bericht der "Welt" zum Thema "Privilegien in einem Staat der eigentlich keine Privilegien hätte haben können" ....
 
   




 

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24. Nov. 2017, 04:26

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